Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zurück zu Kapitel 9


10. Exkurs: Heizungsregler und Zubehör

In den folgenden Kapiteln werden die verschiedenen Heizungsregler sowie deren Bussysteme und Zubehör vorgestellt. Es ist empfehlenswert, zumindest die Kapitel über die Bussysteme und den spezifischen regler des Wärmeerzeugers zu lesen, an den das BSB-LAN Setup angeschlossen werden soll.

Prinzipiell unterstützt BSB-LAN von der Firma SIEMENS hergestellte (Heizungs-)Regler, die einen BSB und/oder LPB aufweisen. Diese werden von verschiedenen Heizungsherstellern ‚gebrandet’ und verbaut.

Klarstellung:
Wann immer ich von “Regler” spreche, dann meine ich die sog. “BMU” (boiler management unit). Das ist das Gerät im Inneren des Gehäuses des Wärmeerzeugers, das die Funktionsweise des Wärmeerzeugers steuert und an dem die Sensoren, Pumpen, die Bedieneinheit und die Raumgeräte angeschlossen sind.
Die ‘Bedieneinheit’ und die Raumgeräte hingegen sind die Komponenten, die außerhalb des Gehäuses angebracht und mit einem Display und Knöpfen zur Bedienung des Wärmeerzeugers ausgestattet sind.

Hinweise:
Die folgende Aufzählung der verschiedenen Reglertypen mag im ersten Moment ein wenig verwirrend erscheinen, doch im Grunde kann man sich eine vereinfachte Regel merken:
Wenn die Reglerbezeichnung mit einem “S” endet (RVS und LMS), dann gehört der Regler zur ‘aktuellen’ Generation.
Die Gerätefamilie LMS ist dabei die Modellreihe für Gasgeräte, alle anderen Systeme nutzen RVS-Regler.
Je größer die darauffolgende Nummer in der Reglerbezeichnung ist, desto ‘größer’ vom (internen) Funktionsumfang her und meist auch hinsichtlich der Anzahl der Anschlüsse ist das jeweilige Modell.
Je nach ‘Größe’, Typ und vorgesehenem Verwendungsumfang sind somit auch unterschiedliche Parameter verfügbar.

ACHTUNG:
Aus aktuellem Anlass sei bereits hier darauf hingewiesen, dass die Heizungshersteller offensichtlich eine neue Heizungs- und Reglergeneration auf den Markt gebracht haben, die nach bisherigem Wissensstand NICHT kompatibel mit BSB-LAN ist (s. Kap. 10.2.3)!


10.1 Bussysteme der Heizungsregler: BSB, LPB, PPS

Bei BSB (Boiler System Bus), LPB (Local Process Bus) und PPS (Point-to-Point Schnittstelle) handelt es sich um jeweils verschiedene und untereinander nicht kompatible Bussysteme bzw. Schnittstellen. Es können also jeweils nur Geräte angeschlossen werden, die den gleichen Bus- bzw. Schnittstellen-Typ aufweisen.

BSB (Boiler System Bus) und LPB (Local Process Bus) sind zwei verschiedene “echte” Bussysteme, die sich vereinfacht in zwei Nutzungsklassen unterscheiden lassen:

Beispiel:
Vorhanden sind eine Öl- oder Gasheizung, ein nachgerüsteter wasserführender Kamin und eine thermische Solaranlage zur Unterstützung des Heizkreises oder der Warmwasserbereitung. Alle drei Wärmeerzeuger sind hydraulisch an einem Pufferspeicher angeschlossen. Die Wärme für den Heizkreis soll vom Pufferspeicher bezogen werden. Die Regelung der Solaranlage und des Feststoffkessels übernimmt ein Solarsystemregler (SSR), die Kesselsteuerung der Heizung übernimmt in diesem Beispiel der interne Heizungsregler. Alle Sensoren, Pumpen, Mischer etc. sind am SSR angeschlossen, welcher jedoch via LPB mit dem Heizungsregler verbunden ist. Durch diese Verbindung der beiden Regler kann somit bspw. eine Pufferspeicherladung geregelt werden, bei der die Heizung nur aktiv wird, wenn weder Solar noch Feststoffkessel den Puffer laden / geladen haben.

*Wenn das BSB-LAN Setup via BSB an einem der beiden Regler aus oben genanntem Beispiel angeschlossen ist, kann er nur auf den jeweiligen Regler ‘lokal’ zugreifen, an dem er angeschlossen ist (also bspw. Heizungsregler oder SSR). Pro Regler muss in dem Fall ein BSB-LAN Setup am jeweiligen BSB angeschlossen werden, wenn Zugriff auf beide Regler gewünscht ist.

Wenn ein Adapter via LPB an einem der beiden Regler aus oben genanntem Beispiel angeschlossen ist, müssen
1. die Geräte- und Segmentadressen entsprechend der LPB-Konfigurationsanforderungen eingestellt werden, und
2. beim Adapter eine Zieladresse eingestellt werden, an die die jeweiligen Anfragen des Adapters geschickt werden.

PPS (Point-to-Point-Schnittstelle) hingegen ist kein “echter” Bus, es können also nicht mehrere Teilnehmer mit spezifischen Adressen angeschlossen werden. PPS ist eher (wie der Name schon sagt) eine Schnittstelle, um ein weiteres Gerät (i.d.R. ein Raumgerät) anzuschließen.

Bei allen in diesem Handbuch aufgezählten (aktuellen) Reglern des Typs RVS, LMS1x und LMU7x ist ein BSB-Anschluss am Regler zu finden. Ein LPB ist standardmäßig nur bei Reglern des Typs RVS (nur Modellreihen 4x und 6x, Ölheizungen und SolarSystemRegler) vorhanden. Bei Reglern des Typs RVS21 (Wärmepumpen), LMS14/15 sowie LMU74/75 (Gasheizungen) ist ein LPB i.d.R. mittels eines ClipIn-Moduls nachrüstbar (s. Kap. 10.2.6).
PPS ist nur bei alten Reglern vorzufinden und wird heutzutage nicht mehr verbaut.


10.1.1 BSB

Der BSB (Boiler System Bus) ist im Grunde ein ‚lokaler’ Bus. Mit ‘lokal’ meine ich in diesem Fall den spezifischen Regler, der im Wärmeerzeuger zum Einsatz kommt.

An den BSB werden bspw. die Bedieneinheit, Raumgeräte und Erweiterungsmodule angeschlossen. Diese Geräte haben dann ‘lokal’ Zugriff auf den Regler. Schließt man das BSB-LAN Setup an den BSB an, so hat man aufgrund der eindeutigen Adressierung Zugriff auf alle Busteilnehmer dieses Reglers.

Der BSB ist bei den im Folgenden vorgestellten Reglern des Typs RVS, LMS1x sowie LMU7x vorhanden. Sollte dein Regler einen BSB- und einen LPB-Anschluss aufweisen und kein weiterer Regler via LPB (bspw. eines weiteren Wärmeerzeugers bei einer Kaskadenschaltung, ein Solaranlagenregler o.ä.) und möchtest du nur Zugriff auf diesen einen Regler, dann ist der Anschluss des BSB-LAN Setups an den BSB-Anschluss empfehlenswert.

Adressierung beim BSB
Beim BSB wird aufgrund des Bussystems jedem Teilnehmer eine spezifische Adresse zugeteilt. Folgende Adressen sind bereits festgelegt:

Bus-Adresse Geräteadresse Gerät (Bezeichnung im Seriellen Monitor)
0x00 0 Heizungsregler („HEIZ“)
0x03 3 Erweiterungsmodul 1 („EM1“) / Mischer-ClipIn AGU
0x04 4 Erweiterungsmodul 2 („EM2“) / Mischer-ClipIn AGU
0x06 6 Raumgerät 1 („RGT1“: QAA55, QAA75, IDA)
0x07 7 Raumgerät 2 („RGT2“: QAA55, QAA75)
0x08 8 Raumgerät 3/P und/oder OCI700 Servicetool („RGT3“)
0x0A 10 reglerseitige Bedieneinheit / Display 1 („DSP1“)
0x0B 11 Servicegerät (QAA75 als Servicegerät parametriert) („SRVC“)
0x0C 12 reglerseitige Bedieneinheit / Display 2 („DSP2“)
0x0D 13 reglerseitige Bedieneinheit / Display 3 („DSP3“)
0x31 49 OZW672 Webserver
0x32 50 (vermutlich) Funkempfänger („FUNK“)
0x36 54 Remocon Net B („REMO”)
0x42 66 BSB-LPB-LAN-Adapter („LAN“)
0x7F 127 Broadcast („INF“-Meldungen)

Dem BSB-LAN Adapter wird in der Voreinstellung die Busadresse 0x42 zugeteilt, was der BSB-Adresse 66 entspricht. Die Adresse wird in der Datei BSB_LAN_config.h festgelegt.


10.1.2 LPB

Der LPB (Local Process Bus) ist ein ‚übergreifender’ Bus zur Nutzung mehrerer angeschlossener Regler in einem komunikationsfähigen Verbund.

Über den LPB können mehrere Regler miteinander verbunden werden und bei korrekter Parametrierung gewisse Werte miteinander teilen bzw. sich gegenseitig beeinflussen.
Auf diese Weise kann bspw. eine Kaskadenschaltung von mehreren Brennern realisiert werden oder eine Gas- oder Öl-Heizung mit einer Solaranlage und einem Feststoffkessel regelungstechnisch ‘verbunden’ werden.
Der korrekte Anschluss der einzelnen Komponenten sowie die korrekte Parametrierung der jeweiligen Regler sollte im Normalfall bereits bei der Installation der Anlage durch den Heizungsinstallateur erfolgt sein.

Eine übergreifende Abfrage von Werten oder Parametern zweier oder mehrerer Regler im LPB-Verbund via BSB-LAN Setup kann durch Hinzufügen der spezifischen Adresse des Busteilnehmers erfolgen.

Die spezifischen technischen Daten, Leistungsmerkmale und Anforderungen an entsprechende Installationen und Parametrierungen hinsichtlich der Geräte- und Segmentadressen sind den jeweiligen technischen Dokumentationen der Hersteller zu entnehmen. Da die teilweise doch recht komplexe Installation i.d.R. bereits bei der Installation vom jeweiligen Monteur vorgenommen wird, wird an dieser Stelle nicht auf weitere Besonderheiten eingegangen.
Dem interessierten Anwender seinen an dieser Stelle insbesondere zwei Dokumente von „Siemens Building Technologies - Landis & Staefa Division“ empfohlen:

Adressierung beim LPB
Beim LPB ist die Adressierung anders als beim BSB. Prinzipiell gibt es verschiedene Segmente (bzw. Segmentadressen) und Geräteadressen. Den Segmentadressen kommt eine andere Bedeutung zu, als den Geräteadressen.
In diesem Zusammenhang sei lediglich darauf hingewiesen, dass zusätzlich zu diesem Unterschied auch die jeweiligen Adressvergaben selbst beim LPB anders gestaltet sind. Bei der Busadresse 0x00 beispielsweise ist die erste Ziffer hinter dem x die Segmentadresse 0 (also 0=0, 1=1 etc.), die zweite 0 hingegen ist Busadresse des Gerätes plus eins (also 0=1, 1=2 etc.).

Beispiel:
Das Gerät im obigen Beispiel 0x00 befindet sich im Segment 0 mit der Adresse 1.
Die bei BSB-LAN in der Datei BSB_LAN_config.h voreingestellte Adresse 0x42 bedeutet somit, dass der Adapter im Segment 4 mit der Adresse 3 angemeldet wird.


10.1.3 PPS-Schnittstelle

Die PPS-Schnittstelle findet sich bei älteren Reglern und stellt eine Punkt-zu-Punkt-Schnittstelle dar, mittels derer digitale Bedieneinheiten/Raumgeräte wie das QAA70 angeschlossen werden können. An demjenigen Anschluss wird analog zum QAA auch der Adapter angeschlossen. Die Anschlüsse sind dem jeweiligen Handbuch zu entnehmen, häufig sind dies jedoch die Pins “A6” und “MD” (oder auch “M”) (in dem Fall dann “A6” → CL+ und “M”/”MD” → CL-).

Die Anschlüsse “A6” und “MD” bei einem Siemens RVA53 Regler.

PPS scheint bei folgenden Reglern zum Einsatz gekommen zu sein (siehe „Siemens Raumgerät QAA70 Basisdokumentation“, CE1P1638D): RVP digital Serie D, RVP54…, ALBATROS RVA…, LGM11…; bzw. u.a. bei folgenden Heizungen: Brötje BBS/WGB 2N, Weishaupt WRD 0.2 / 1.1, Sieger TG11 (mit Siegermatic S42DB), Olymp THR 5-25C, Schäfer Interdomo (mit DomoCommand DC 225).
Bei den ‚Bedieneinheiten‘/Reglern handelt es sich (bei Brötje) vermutlich meist um Eurocontrol-Varianten, manchmal auch um Eurotronic-Varianten (anscheinend NICHT Eurotronic A, nur Eurotronic D aufwärts). Als Hinweis kann die Anschlussmöglichkeit einer QAA70-Raumeinheit überprüft werden - ist diese anschließbar, so sollte auch der Anschluss des Adapters möglich sein.

Die beiden Geräte (Raumgerät und Regler) kommunizieren nur bedingt miteinander. Der Regler sendet Infos, schickt dann später mit einem einzigen Byte (0x17) eine Anforderung an das Raumgerät, das dann teilweise auf vorhergehende Regler-Infos reagiert, andererseits aber auch nach eigenem Rhythmus seine Infos sendet. Und das teilweise in unterschiedlicher Häufigkeit. Der Bus kommt so kaum zur Ruhe, i.d.R. werden bis zu zwei Telegramme pro Sekunde ausgetauscht, entsprechend schnell muss die Software dann auch antworten. Kommt auf bestimmte Anfragen des Reglers keine oder nicht die richtige Antwort, wird angenommen, dass es kein Raumgerät mehr gibt und der Regler verfällt wieder in einen Suchmodus.

Der Funktionsumfang ist hierbei nur rudimentär und beschränkt sich derzeit mittels BSB-LAN derzeit auf etwa ein Dutzend Parameter, die man lesen/schreiben kann (Anm.: Die folgende Auflistung ist u.U. nicht komplett - ausschlaggebend ist Kategorie “PPS-Bus” im Webinterface und die von Regler unterstützten Parameter!):

Im Webinterface von BSB-LAN ist die einzig verfügbare Kategorie bei der Verwendung von PPS die Kategorie “PPS-Bus”! Aus den anderen Kategorien sind keinerlei Parameter abrufbar!
Somit entfällt auch die Abfrage von URL/Q zur Kontrolle auf nicht-freigegebene Parameter!

Immerhin lassen sich damit aber die wichtigsten Funktionen einer intelligenten Heizungssteuerung umsetzen, indem man z.B. gewichtete Raumtemperaturen sendet und die Solltemperaturen nach vielfältigeren Kriterien steuern kann.

Hinweise:
Sollte bereits ein QAA70 angeschlossen sein, so ist der Zugriff mittels BSB-LAN nur lesend möglich! Soll BSB-LAN schreibend einwirken, also aktiv Werte und Einstellungen verändern, so muss ein vorhandenes QAA70 dauerhaft deinstalliert werden, da es ansonsten mit den eigenen Werten alles wieder überschreibt!

Bzgl. der spezifischen Bus-Einstellungen in der Datei BSB_LAN_config.h beachte die dortigen Hinweise in Kap. 2.2.

Über PPS tauschen Heizung und Raumgerät bzw. BSB-LAN permanent Daten aus. Das Protokoll ist sehr zeitkritisch. Das Aufrufen von längeren Webseiten führt dazu, dass der Arduino nicht rechtzeitig auf entsprechende Anfragen der Heizung reagieren kann, weswegen die Heizung dann denkt, dass die Gegenseite ausgefallen ist. Das ist an sich kein Problem, nach ca. 10-20 Sekunden, nachdem der Arduino wieder „ansprechbar“ ist, haben sich beide wieder verständigt. Bis dann aber wieder alle Werte ausgetauscht bzw. aktualisiert sind, kann es noch mal 1-2 Minuten dauern, so dass sich Änderungen dann erst entsprechend verzögert zeigen. Von zu vielen Anfragen auf den Arduino sollte daher bei PPS abgesehen werden und etwaige Sensoren etc. dann ggf. auf einen zweiten Arduino ausgelagert werden.

Bei der ersten Verwendung bzw. nach einem Reboot des Arduino muss man (anders als bspw. beim BSB) einige Zeit abwarten, bis die Parameter abrufbar/verfügbar sind.

Wichtiger Hinweis für Nutzer des (veralteten) Setups Adapter v2 + Arduino Mega 2560:
Aufgrund der zeitkritischen Kommunikation bei PPS ist es sinnvoll, das Setup auf die Nutzung der Hardware-Serial umzustellen. Dazu sind folgende Änerungen vorzunehmen:


10.2 Detaillierte Beschreibung der kompatiblen Regler

Die folgende Reglerauflistung und -beschreibung soll einen kurzen Überblick über eine Auswahl der bereits von BSB-LAN unterstützten Geräte und deren rudimentären Unterschiede geben. Auf die unterschiedliche reglerspezifische Verfügbarkeit von speziellen Parametern wird nicht weiter eingegangen.

Mittels BSB-LAN steht i.d.R. der gesamte Funktionsumfang der jeweiligen Reglertypen zur Verfügung. Dieser ist jedoch hinsichtlich der verfügbaren Parameter naturgemäß unterschiedlich: Ein Regler der neusten Generation weist mehr Parameter und Einstelloptionen als ein Regler der ältesten Generation auf. Die Heizungsanlage wird dadurch jedoch nicht zwingend ineffizienter oder ist per se ‘veraltet’ und unbrauchbar! Dank BSB-LAN können auch die ältesten unterstützten Regler noch etwas ‘smarter’ gemacht und in die Hausautomatisierung mit eingebunden werden.

Hinweis:
Bei besonders ‘neuen’ (Software-)Versionen der aktuellen Reglerserien (Typ LMS&RVS) kann es u.U. vorkommen, dass vom Hersteller neu hinzugefügte Reglerparameter mangels entsprechender Regler-Hardware bei BSB-LAN noch nicht implementiert sind. Sollte ein solcher Regler in deinem Heizungssystem verbaut sein, so kannst du das Projekt durch Dekodieren dieser neuen Parameter unterstützen (s. hierzu Kapitel 9).


10.2.1 LMx-Regler

Im Folgenden werden die Regler des Typs LMU und LMS aufgeführt. Diese sind erfahrungsgemäß bei Gasheizungen/-thermen verbaut.


10.2.1.1 LMU-Regler

Regler der Serie LMU54/LMU64 sind in älteren Heizungssystemen vorzufinden, in aktuellen Modellen werden sie nicht mehr verbaut. Diese Regler weisen erfahrungsgemäß weder einen BSB, noch einen LPB auf, lediglich eine PPS-Schnittstelle ist hier verfügbar. LPB kann (manchmal) mittels eines ClipIn-Moduls (OCI420) nachgerüstet werden.

Ein Regler des Typs LMU64 samt installiertem OCI420 ClipIn-Modul.

Genauere Hinweise diesbezüglich sind in Kap. 10.2.4 zu finden.


Regler der Serie LMU74/LMU75 scheinen die Nachfolger der LMU54/LMU64-Reglerserie zu sein und werden ebenfalls nicht mehr verbaut.

Ein Regler des Typs LMU7x.

Der LMU7x-Reglertyp weist i.d.R. nur einen BSB-Anschluss auf, an dem der Adapter angeschlossen wird. LPB muss bei Bedarf mittels eines ClipIn-Moduls (OCI420) nachgerüstet werden (für die Nutzung von BSB-LAN ist dies jedoch nicht notwendig).

Als Bedieneinheit kommt i.d.R. eine Variante des Siemens AVS37.294 zum Einsatz (Bezeichnung bspw. „ISR Plus” bei Brötje).

Als Fühler kommen i.d.R. NTC10k (QAD36, QAZ36) und NTC1k (QAC34 = Außentemperaturfühler) zum Einsatz.


10.2.1.2 LMS-Regler

Regler der Serie LMS scheinen die Nachfolger der LMU-Serie und somit die aktuelle Reglergeneration zu sein.

Der (Funktions-)Unterschied zwischen dem LMS14 und dem LMS15 scheint in der „Sitherm Pro”-Anwendung zur Optimierung des gesamten Verbrennungsprozesses zu liegen, die anscheinend nur die LMS15-Regler aufweisen.

Der LMS-Reglertyp weist i.d.R. nur einen BSB-Anschluss auf, an dem der Adapter angeschlossen wird. LPB muss bei Bedarf mittels eines ClipIn-Moduls (OCI345) nachgerüstet werden (für die Nutzung von BSB-LAN ist dies jedoch nicht notwendig).

Als Bedieneinheit kommt i.d.R. eine Variante des Siemens AVS37.294 zum Einsatz (Bezeichnung bspw. „ISR Plus” bei Brötje).

Als Fühler kommen i.d.R. NTC10k (QAD36, QAZ36) und NTC1k (QAC34 = Außentemperaturfühler) zum Einsatz.


10.2.2 RVx-Regler

Im Folgenden werden die Regler des Typs RVA, RVP und RVS (aktueller Reglertyp) aufgeführt. Diese scheinen i.d.R. bei Ölheizungen, Wärmepumpen und verschiedenen ‚alleinstehenden’ Reglern (Zonenregler, Solarsystemregler) zum Einsatz zu kommen.


10.2.2.1 RVA- und RVP-Regler

Regler des Typs RVA sind in älteren Heizungssystemen vorzufinden, in aktuellen Modellen werden sie nicht mehr verbaut. Je nach Modell weisen sie nur einen PPS oder einen PPS- und LPB-Anschluss auf, jedoch keinen BSB.
Als (integrierte) Bedieneinheit ist meist eine Variante der “Eurocontrol” (Brötje) verbaut.

Ein Regler des Typs RVA53.

Vorderansicht: Bedieneinheit eines Reglers des Typs RVA53.

Regler des Typs RVP scheinen noch älter als RVA-Regler zu sein und weisen lediglich eine PPS-Schnittstelle auf.


10.2.2.2 RVS-Regler

Regler des Typs RVS scheinen die ‚aktuelle’ Reglergeneration darzustellen. Sie weisen meist sowohl einen LPB-, als auch mehrere BSB-Anschlüsse auf.

Ausnahmen scheinen die Regler der Reihen RVS21, RVS41, RVS51, RVS61 und RVS23 zu sein:

Als Bedieneinheit kommt hier i.d.R. eine Variante des Siemens AVS37.294 zum Einsatz (Bezeichnung bspw. „ISR Plus” bei Brötje).

Als Fühler kommen i.d.R. NTC10k (QAD36, QAZ36) und NTC1k (QAC34 = Außentemperaturfühler) zum Einsatz.

Die folgende grobe Darstellung der Gerätefamilie zeigt wesentliche Unterschiede auf.


RVS21.xxx
Der RVS21 ist der Reglertyp, der in Wärmepumpen Verwendung findet. Er bietet einen BSB und Anschlüsse für ein optionales Raumgerät.

Ein RVS21 Regler.

LPB ist bei einem RVS21 im Bedarfsfall via OCI345 nachzurüsten (für die Nutzung von BSB-LAN ist dies jedoch nicht notwendig).


RVS41.xxx
Der RVS41 ist ebenfalls ein Reglertyp, der in Wärmepumpen Verwendung findet. Er bietet BSB und LPB und scheint (zumindest äußerlich betrachtet) dem RVS43 recht ähnlich zu sein.


RVS43.xxx
Der RVS43 ist die Variante, die bspw. in Ölbrennwertanlagen zum Einsatz kommt. Die Anzahl der Anschlüsse und Funktionen kann mit einem Erweiterungsmodul AVS75.xxx vergrößert werden.

Ein Regler des Typs RVS43.


RVS46.xxx
Der RVS46 ist ein kleiner Zonenregler, der je nach Ausführung (ZR1 / ZR2) Anschlüsse für ein oder zwei Pumpen- / Mischerkreise hat. Er kann einzelne Zonen eigenständig oder auch als Erweiterung eines vorhandenen Reglers im LPB-Verbund eingesetzt zu werden. Er bietet sowohl eine BSB- als auch einen LPB-Anschluss.

Der kleine Zonenregler ZR1.

Der ZR1 ist nicht dafür gedacht oder geeignet, bspw. den Verbrennungsprozess eines Ölbrenners zu steuern.


RVS51.xxx
Der RVS51 ist der ‘große’ Reglertyp, der in Wärmepumpen Verwendung findet. Er bietet BSB und LPB und scheint (zumindest äußerlich betrachtet) dem RVS63 recht ähnlich zu sein.

Ein Regler des Typs RVS51.843.


RVS61.xxx
Der RVS61 ist der ‘große’ Reglertyp, der in Wärmepumpen Verwendung findet. Er bietet BSB und LPB und scheint (zumindest äußerlich betrachtet) dem RVS63 recht ähnlich zu sein.


RVS63.xxx
Der RVS63 ist der größte Regler mit den meisten Anschlüssen und kann aufgrund seines Funktionsumfanges vielfältig eingesetzt werden. Er ist in erster Linie dafür vorgesehen, komplexere Anlagen mit einer zusätzlichen Solarthermieanlage zu steuern. Bei Brötje wird er daher auch als “Solar System Regler” bezeichnet. Er ist sowohl als optionaler Nachrüstregler in einem Wandgehäuse erhältlich, wird aber auch als bereits in den Wärmerzeuger eingebauter interner Regler verwendet.

Ein Regler des Typs RVS63.


Der RVS65.xxx scheint relativ identisch zum RVS63 zu sein und wurde bisher lediglich einmal von einem User gemeldet, bei dem der Regler als SSR von Brötje in einem Wandgehäuse zum Einsatz kam.


10.2.3 Hinweis: Inkompatible Systeme von Brötje und Elco

Aus aktuellem Anlass sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die genannten Heizungshersteller neue Gerätemodelle auf den Markt gebracht haben, deren Regler NICHT mit BSB-LAN kompatibel sind.

Bei Brötje scheint es sich hierbei um die Modellreihen

Bei Elco scheint es sich um die Modellreihe “Thision Mini” zu handeln.

Bei diesen Modellen sind scheinbar ‚IWR CAN’-basierte Regler verbaut (geräteseitig “IWR Alpha”, kompatibles Raumgerät “IWR IDA”), die weder einen LPB noch einen BSB aufweisen.

Das folgende Bild einer WLC24-Platine zeigt die dort vorhandenen Anschlüsse.

Anschlüsse des neuen Reglertyps einer Brötje WLC24 - dieser Regler ist inkompatibel mit BSB-LAN!

Neben einer Servicebuchse (vermutlich IWR CAN) sind dort ein nicht weiter dokumentierter ‚L-Bus’ und ein ‚R-Bus’ zugänglich.
Am ‚R-Bus’ (Raumgeräte-Bus) kann bei Bedarf entweder ein Raumthermostat (On/Off) oder das neue ‚smarte’ Raumgerät „Brötje IDA” angeschlossen werden.

ACHTUNG: An keinem dieser Anschlüsse ist der BSB-LPB-LAN-Adapter anschließbar!


10.2.4 Hinweis: Spezialfall LMU54/LMU64-Regler

Regler des Typs LMU54/LMU64 basieren auf OpenTherm, das andere Bus-Spezifikationen und auch ein anderes Kommunikationsprotokoll aufweist. Daher ist OpenTherm nicht kompatibel mit BSB-LAN.
Es gibt jedoch eine Möglichkeit, diesen Reglertyp trotzdem anzubinden: Wie auch bei den BSB-Reglern LMU7x und LMS1x kann man mittels eines sog. ClipIn-Moduls (OCI420) einen LPB nachrüsten. An diesen wiederum ist der Adapter anschließbar.

Ein Regler des Typs LMU64 samt installiertem OCI420 ClipIn-Modul.

Der Funktionsumfang ist bei diesem Regler (auch bei der Nutzung von BSB-LAN) jedoch relativ eingeschränkt und außerdem in gewissem Ausmaß von der Softwareversion des Reglers abhängig (getestet mit LMU64, SW v2.08 vs. SW v3.0): Regler mit SW ab v3.0 scheinen mehr (via BSB-LAN steuerbare) Funktionen aufzuweisen als Regler mit SW <v3.0. Insbesondere seien hier die beiden Sollwert-Temperaturparameter 709 und 711 genannt, anhand derer das Brennerverhalten in gewissem Umfang bestimmt werden könnte – diese können nur mit SW ab v3.0 genutzt bzw. verändert werden. (Hinweis: Derzeit läuft noch ein Versuch, ob das Brennerverhalten zufriedenstellend via Relais an einem anderen Kontakt beeinflusst werden kann.)

Auf Parameter wie Außentemperatur, Kesseltemperatur, TWW-Temperatur, Vorlauftemperatur etc. kann jedoch nach bisherigem Kenntnisstand bei beiden erwähnten Softwareversionen zugegriffen werden.

Fairerweise muss man an dieser Stelle sagen, dass sich der finanzielle Aufwand, der für den Kauf eines LPB-ClipIn-Moduls des Typs OCI420 zusätzlich geleistet werden muss, u.U. nicht ‚lohnt‘. Dies ist jedoch abhängig vom verfolgten Ziel. Will man nur Temperaturen loggen um einen groben Überblick über den Ist-Zustand des Heizungssystems zu erhalten, so ist u.U. eine günstigere Lösung mit einer entsprechenden DS18B20-Temperatursensoren-Installation ausreichend.

Hinweise zum Anschluss und der Konfiguration des OCI420-ClipIns sind im Kap. 10.2.6 zu finden.


10.2.5 Hinweis: Spezialfall Weishaupt-Geräte

Einige Weishaupt-Geräte (s. Auflistung der erfolgreich getesteten Systeme: Weishaupt WTU mit Bedieneinheit WRS-CPU) haben einen Regler des Typs RVS23 verbaut. Dieser Reglertyp weist einen LPB auf, auf dem bereits die bestehende Installation dieser Weishaupt-Anlagen basiert: Raumgeräte, Bedieneinheiten und Erweiterungsmodule sind bereits miteinander via LPB verbunden.
An diesem LPB ist ebenfalls der Adapter anschließbar, er muss jedoch korrekt in die bestehende Installation eingebunden werden. In der Regel stellt dies mit der voreingestellten LPB-Adresse des Adapters (Segment 4, Adresse 3) kein Problem dar, sollte aber bei etwaigen Kommunikationsproblemen ggf. nochmal überprüft werden.

Auch bei den Weishaupt-Geräten scheint es neben der kesselseitigen Bedieneinheit eine Servicebuchse zu geben, bei der von den vier vorgesehenen Pins zwei belegt und herausgeführt sind. Laut der Aussage eines Weishaupt-Nutzers (Danke an BSB-LAN-User Philippe!) scheint hier der obere der beiden Pins MB und der untere der beiden Pins DB zu sein.


10.2.6 Hinweis: LPB nachrüsten mittels OCI420 ClipIn-Modul

Soll ein OCI420 an einem LMx-Regler angeschlossen und verwendet werden, so ist die Installation und der Anschluss prinzipiell gemäß den jeweiligen Bedienungsanleitungen vorzunehmen.

Es gibt jedoch ein paar wichtige Punkte, die i.d.R. nicht in den jeweiligen Anleitungen zu finden sind, obwohl sie für einen erfolgreichen Betrieb entscheidend sind. Dies betrifft vor allem die Einstellungen, die für die LPB-Spannungsversorgung vorzunehmen sind. Des Weiteren ist die LPB-Geräteadresse 1 mit Segmentadresse 0 einzustellen und die Einstellung als Uhrzeit-Master vorzunehmen.

Die folgenden Angaben sind wie immer ohne Gewähr – darauf sei an dieser Stelle nochmal explizit hingewiesen.

Schließt man das OCI420 den Anleitungen folgend an, so wird höchstwahrscheinlich der Fehler 81 auftreten, welcher „Kurzschluss im LPB Bus oder fehlende Speisung“ bedeutet. Sofern man das OCI420 korrekt angeschlossen hat, muss in dem Fall die LPB-Busspeisung aktiviert werden. Der Parameter dazu ist „LPBKonfig0“.

Die folgenden Einstellungen sind für Regler des Typs LMU64 beschrieben, bis auf die Parameternummer sind die Einstellungen der Bits bei anderen LMx-Reglern identisch.
Bei der LMU64 hat der betreffende Parameter die Nummer 604 (bei LMU74: Parameternummer 6006). Hier sind acht Bits (604.0 bis 604.7) verfügbar, die wie folgt einzustellen sind (dabei bedeutet „0“=AUS und „1“=EIN):

604.0 = 0 → Uhrzeitmaster
604.1 = 1 → Uhrzeitmaster
604.2 = 1 → Verteilte Busspeisung AUTOMATIK
604.3 = 1 → Status LPB-Busspeisung: 1 = aktiv
604.4 = 1 → Ereignisverhalten erlaubt
604.5 = 0 → Brauchwasserzuordnung lokal
604.6 = 0 → Brauchwasserzuordnung lokal
604.7 = 0 → Kein Vorrang LMU-Anforderung vor externer Leistungsvorgabe

Ruft man die ‚Übersicht‘ der LPBKonfig0-Einstellungen auf, so wird dort jedoch die Bit-Reihenfolge von hinten nach vorne (also von Bit 7 bis Bit 0!) dargestellt und sollte nach erfolgreicher Einstellung folgendermaßen lauten: 00011110. Des Weiteren sind folgende Einstellungen vorzunehmen:

605 LPB-Geräteadresse = 1
606 LPB-Segmentadresse = 0

Nach erfolgreicher Einstellung sollte kein Fehlercode mehr auftreten und die grüne LED am OCI420 in regelmäßigen Abständen blinken.


10.3 Erweiterungs- und ClipIn-Module

Sollten die Anschlussmöglichkeiten und der Funktionsumfang der genannten Regler im Einzelfall nicht ausreichen, bspw. weil ein zusätzlicher Pumpenkreis nachträglich installiert wird, so lassen sich jeweils spezielle Erweiterungs-/ClipIn-Module (im Folgenden EWM) verbauen. Die EWM bieten Anschlussmöglichkeiten für einen Pumpen- bzw. Mischerkreis samt zugehöriger Sensoren.
Diese EWM werden am Regler mittels eines speziellen Bus-Kabels an einem dedizitieren Anschluss angeschlossen und kommunizieren intern über den BSB (eine Ausnahme scheint Weishaupt zu sein, worauf in diesem Kapitel jedoch nicht weiter eingegangen wird). Die EWM selbst weisen keinen eigenen BSB- oder LPB-Anschluss auf. Die Parametrierung erfolgt über die Bedieneinheit des Reglers.
Der Zugriff auf ein EWM ist somit nur indirekt über die jeweils spezifischen Parameter im eigentlichen Regler möglich, die die Einstellungen und Funktionen des EWMs definieren und beschreiben. Da sie jedoch bspw. beim Aufruf von ip/Q mit aufgelistet werden, stelle ich sie im Folgenden kurz vor.

Hinweis:
Soll ein Erweiterungs-/ClipIn-Modul nachgerüstet werden, so sollte selbstverständlich das anlagenspezifische Handbuch berücksichtigt sowie ein Heizungsinstallateur beauftragt werden.


Erweiterungsmodule des Typs AVS75.xxx kommen bei den Reglerserien des Typs RVS und LMS zum Einsatz. Die Busanbindung erfolgt i.d.R. über den Anschluss “Bus-EM”.

Erweiterungsmodul des Typs AVS75.390.


Erweiterungsmodule für LMU-Regler werden als “ClipIn-Module” bezeichnet. Je nach Verwendungszweck scheint es unterschiedliche Ausführungen zu geben (bspw. Relaismodul, Solarmodul). Generell scheinen sie jedoch die Typenbezeichnung AGU2.5x zu tragen (das “x” scheint dann die jeweilige Ausführung zu kennzeichnen), die Busanbindung erfolgt i.d.R. über den Anschluss “X50”.

ClipIn-Modul des Typs AGU2.55.


10.4 Bedieneinheiten

Die Bedieneinheit (am Wärmeerzeuger selbst) der Systeme der letzten Jahre (mit den Reglertypen LMU7x, LMS1x, RVS) sind üblicherweise Modelle des Typs AVS37.xxx. Sie sehen herstellerübergreifend recht identisch aus, können aber bei bestimmten Systeme (bspw. Wärmepumpen) zusätzliche Bedienelemente oder Funktionen aufweisen.
Wenn man das Aussehen dieser AVS37-Bedieneinheiten und der QAA75.61x-Raumgeräte vergleicht, so kann man feststellen, dass sich die beiden Geräte sehr ähneln. Die Art der Bedienung ist in dem meisten Fällen ebenso identisch. Die heizungsseitigen Bedieneinheiten stellen i.d.R. die Temperatur des Wärmeerzeugers (bspw. Kesseltemperatur) dauerhaft dar, die Raumgeräte hingegen üblicherweise die Raumtemperatur. Beide Geräte senden den jeweiligen Wert regelmäßig (etwa alle zehn Sekunden) als Broadcast (INF-Nachricht) über den BSB.

Eine Bedieneinheit des Typs AVS37.xxx.


Als Nachfolger des Modells AVS37 gilt das AVS74.xxx. Es ist mit einem 3,8” LCD-Display und einem Dreh-/Drückknopf ausgestattet, mit dem sämtliche Einstellungen vorgenommen werden. Es kommt ebenfalls als Raumgerät unter der Bezeichnung QAA74 zum Einsatz.

Eine AVS74.xxx Bedieneinheit.


In jüngerer Zeit wird von einigen Herstellern bei bestimmten Geräteserien ein neuer Typ von Bedieneinheit verbaut, die Modellbezeichnung lautet QAA75.91x. Die Bedieneinheit scheint (zumindest bei bestimmten Herstellern) abnehmbar und mithilfe eines Adapters (Brötje: “ISR RGA”) im Wohnraum installiert und zusätzlich als Raumgerät genutzt werden kann. Die Bedienung des Wärmeerzeugers erfolgt in dem Fall weiterhin über diese Komponente.

Eine Bedieneinheit des Typs QAA75.91x.


Darüber hinaus gibt es ein weiteres Modell, das AVS77.xxx. Diese Bedieneinheit ist uns bisher nur bei einem Baxi-Modell (Baxi Luna Duo Tec MP) gemeldet worden. Dieses Modell weist u.a. Knöpfe für die gradweise Veränderung des TWW- und HK-Sollwertes auf, verfügt jedoch nicht mehr über einen Drehknopf.

Eine Bedieneinheit des Typs AVS77.xxx.

Hinweis
Es scheint, als ob eine Änderung der Betriebsart mittels der TWW-/HK-Taste (in der Mitte der Bedieneinheit) bei bestimmten Einstellungen zur Folge hat, dass eine Änderung der Betriebsart mittels BSB-LAN und den ‘regulären’ Parametern 1600 (TWW) und 7xx (HK) nicht mehr möglich ist, wenn eine andere Einstellung als “beide” mittels erwähnter Taste ausgewählt wurde. Die Funktion dieser neuen Taste ist in BSB-LAN (bisher) nicht hinterlegt. Soll eine Änderung der Betriebsarten via BSB-LAN gewünscht sein, so ist darauf zu achten, dass die Betriebsart mittels erwähnter Taste auf “beide” eingestellt ist.

10.5 Konventionelle Raumgeräte für die aufgeführten Reglertypen

Im Folgenden wird kurz auf die unterschiedlichen Raumgeräte eingegangen. Auch diese werden prinzipiell von SIEMENS hergestellt und von den verschiedenen Heizungsherstellern gebrandet. Somit sind sie herstellerübergreifend einsetzbar, d.h. ein entsprechendes QAA-Raumgerät von bspw. Elco kann prinzipiell an einer Brötje-Heizung eingesetzt werden (natürlich immer vorausgesetzt, dass es sich um das richtige Modell handelt). Ob dabei in Einzelfällen gewisse Einschränkungen bestehen, ist bisher nicht bekannt bzw. bei Tests nicht aufgefallen.

Die nachfolgende Beschreibung beginnt dabei mit den Raumgeräten für die aktuellen Heizungsregler (RVS und LMS), die auch von BSB-LAN voll unterstützt werden (sog. “Broetje ISR”).

Anmerkung: Es scheint, als wenn das Produktportfolio um neue Raumgeräte und weiteres Zubehör ergänzt wurde. Bei Gelegenheit werde ich die m.E. relevanten Produkte hier hinzufügen.


10.5.1 QAA55 / QAA58

Das QAA55 ist das ‚kleinste‘ und günstigste ISR-Raumgerätemodell. Bei Brötje wird es als „RGB B“ geführt, manchmal ist es auch als „Raumgerät Basic“, „ISR RGB“ o.ä. zu finden. Es ist im Funktionsumfang recht eingeschränkt und ist im Grunde mehr als Raumtemperaturfühler mit einigen wenigen zusätzlichen Bedienoptionen anzusehen.

Das QAA55 Raumgerät.

Neben der optionalen Messung der Raumtemperatur bietet es eine Präsenztaste und die Möglichkeiten zur Umschaltung der Betriebsart sowie zur Veränderung der Raumsolltemperatur. Es verfügt lediglich über ein kleines LCD-Display, das die aktuelle Raumtemperatur anzeigt. Angeschlossen wird es über ein zweipoliges Kabel am BSB.

Das QAA58 ist die Funkvariante des QAA55. Es ist batteriebetrieben, der Funkempfänger AVS71.390 (Frequenz 868 MHz) muss wiederum per Kabel am Anschluss X60 des Kesselreglers angeschlossen werden.


10.5.2 QAA75 / QAA78

Das QAA75.61x ist das ‚große‘ ISR-Raumgerät. Es weist neben dem integrierten Temperaturfühler den vollen Funktionsumfang der kesselseitigen Bedieneinheit auf. Zusätzlich ist eine Präsenztaste vorhanden, ein manueller TWW-Push kann bei Bedarf i.d.R. durch längeres Drücken der TWW-Betriebsarttaste ausgelöst werden.

Das QAA75.61x Raumgerät.

Das QAA75.61x heißt bei Brötje „Raumgerät RGT“, manchmal ist es auch als „Raumgerät RGT B Top“, „ISR RGT“ o.ä. zu finden.
Es wird ebenfalls per Kabel am BSB angeschlossen, wobei ein dritter Anschluss für die optional nutzbare Hintergrundbeleuchtung vorhanden ist (Klemme „G+“ am Regler).

Das QAA78.61x ist die Funkvariante des QAA75.61x. Es ist batteriebetrieben, der Funkempfänger AVS71.390 (Frequenz 868 MHz) muss wiederum per Kabel am Anschluss X60 des Kesselreglers angeschlossen werden. Die oben genannte Bezeichnung „RGT“ wird bei Brötje um ein „F“ erweitert, also „RGTF“.

Hinweis
An dieser Stelle muss zusätzlich erwähnt werden, dass es offenbar zwei verschiedene Ausführungen des QAA75 gibt: Das bereits erwähnte Raumgerät QAA75.61x und ein optisch nicht identisches QAA75.91x. Wann immer ich in diesem Handbuch das “QAA75” erwähne, so beziehe ich mich dabei auf das bereits vorgestellte Modell QAA75.61x.

Das QAA75.91x scheint im Bedienungsumfang identisch zum QAA75.61x zu sein, jedoch nur bei bestimmten Modellreihen einiger Hersteller (bspw. Brötje WMS/WMC C, BMK B, BMR B und Baxi Luna Platinum+) zum Einsatz zu kommen. Es scheint die ‘heizungsseitige’ Bedieneinheit zu sein, die jedoch mittels eines Adapters (Brötje: “ISR RGA”) zusätzlich als Raumgerät genutzt werden kann. Die Bedienung des Wärmeerzeugers erfolgt in dem Fall weiterhin über diese Komponente, nur mit dem Vorteil, dass man sie im Wohnbereich installieren und sich ein zusätzliches Raumgerät sparen kann.

Eine QAA75.91x Bedieneinheit, mit Zubehör optional nutzbar als Raumgerät.


10.5.3 QAA74

Das QAA74 ist ein relativ neues Raumgerät, welches das QAA75 ablösen soll/wird. Bei Brötje heißt es “ISR RGP” (“Raumgerät Premium”), bei Siemens “UI400”. Es ist mit einem 3,8” LCD-Display und einem Dreh-/Drückknopf ausgestattet, mit dem sämtliche Einstellungen vorgenommen werden. Es kommt bei einigen Modellen ebenfalls als heizungsseitige Bedieneinheit unter der Bezeichnung AVS74 zum Einsatz.

Das QAA74 Raumgerät.


10.5.4 Brötje IDA

Die „Brötje IDA“ ist eine Raumeinheit, die neben einem integrierten Temperaturfühler und einigen Funktionen zusätzlich einen gewissen Funktionsumfang für die Steuerung via App mit Smartphone bietet. Eine Präsenztaste ist nicht vorhanden.

IDA wird ins heimische WLAN integriert und benötigt Internetzugriff, falls man die Steuerung per App nutzen möchte. Bei einer rein lokalen Nutzung des Raumgerätes (ohne Fernzugriff via App) ist kein WLAN-Zugang erforderlich. Über den WLAN-Zugang erfolgt im Übrigen auch die Aktualisierung der IDA-Firmware.
Eine interessante Analyse des Datenverkehrs wurde hier von FHEM-Forumsmitglied „freetz“ vorgenommen.

Für den Anschluss am BSB des Kesselreglers muss ein BSB-Interface (GTW17) angeschlossen werden. Interessenten müssen in diesem Fall nach „ISR IDA“ Ausschau halten, damit das GTW17 im Paket enthalten ist.
Bei Reglern mit dem Kommunikationsprotokoll OpenTherm (bspw. die ältere Reglergeneration Brötje LMU6x) muss das OT-Interface (GTW16) verwendet werden.
IWR-CAN-basierte Regler (s. Kap. 3.3) werden direkt an das Service Dongle GW05 (WLAN-Gateway) angeschlossen.

Der genaue Funktionsumfang und die Installationsschritte von IDA sind bitte den entsprechenden Anleitungen des Herstellers zu entnehmen. Eine Übersicht ist bspw. unter der URL https://www.broetje.de/de/produkte/regelung-und-vernetzte-heizung/isr/raumgeraet-isr-ida verfügbar.

Der gleichzeitige Einsatz von IDA und BSB-LAN ist prinzipiell möglich, jedoch sind aufgrund des Erfahrungsberichtes eines Nutzers (Danke an FHEM-Foumsmitglied „mifh“!) ein paar Einschränkungen hinsichtlich des Funktionsumfangs von BSB-LAN bekannt:
Ist IDA am BSB angeschlossen, so ist es der Master für die Einstellungen bzw. Werte von

Die Funktion der Präsenztaste ist via BSB-LAN i.d.R. nach wie vor gegeben.


10.5.5 QAA53 / QAA73

Die Raumgeräte QAA 53 und QAA 73 unterscheiden sich ebenfalls im Funktionsumfang. Zum Einsatz kommen sie bei den OpenTherm-basierten Reglern des Typs LMU6x. Sollte dieser Raumgerätetyp angeschlossen oder anschließbar sein, so ist der Regler nicht ohne Weiteres kompatibel mit dem BSB-LPB-LAN-Adapter! Für weitere Informationen diesbzgl. beachte bitte das Kapitel 10.2.4. Weitere Informationen zu diesen Raumgeräten sind bitte den entsprechenden Anleitungen zu entnehmen.


10.5.6 QAA50 / QAA70

Auch beim QAA50 und QAA70 besteht prinzipiell der Unterschied im Funktionsumfang. Diese Raumgeräte kommen bei den alten Reglergenrationen zum Einsatz, die lediglich eine PPS-Schnittstelle aufweisen und somit prinzipiell kompatibel mit dem BSB-LPB-LAN-Adapter sind. Der Einsatz von BSB-LAN parallel zu einem vorhandenen Raumgerät ist in diesem Fall nur lesend möglich, Werte und Einstellungen des Heizungsreglers können also nicht via BSB-LAN verändert werden.

Ein QAA70 Raumgerät.

Weitere Informationen zu diesen Raumgeräten sind bitte den entsprechenden Anleitungen zu entnehmen.


10.6 Sonderzubehör: Webserver OZW672 und Servicetool OCI700

An dieser Stelle seien der Vollständigkeit halber noch zwei kommerzielle Lösungen erwähnt, mittels derer man Zugriff auf den Heizungsregler via Computer bekommen kann.
Dies ist zum einen der Webserver OZW672 und zum anderen das Servicetool OCI700.

Der Webserver OZW672 (Brötje: “ISR OZW”) wird per Busleitung an den Regler angeschlossen und mit einem Netzwerkanschluss mit dem heimischen Netzwerk und ggf. dem Internet verbunden. Er stellt bei Bedarf eine Verbindung zum (kostenpflichtigen) ‘Brötje Datenportal’ her und bietet dann mittels Fernzugriff (via PC, Tablet oder Smartphone+App) Möglichkeiten wie Ferndiagnose oder auch Benachrichtigungen im Störungsfall.

Das OCI700 ist das Servicetool, das überwiegend vom Fachhandwerker eingesetzt wird. Es wird lokal mit einem Rechner verbunden, auf dem eine spezielle Software installiert ist und ermöglicht einen Überblick über die Einstellungen des Reglers.


Weiter zu Kapitel 11
Zurück zum Inhaltsverzeichnis