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7. BSB-LAN Setup: Optionale Hardware

Das BSB-LAN Setup kann durch optionale Hardware in seinem Funktionsumfang erweitert werden. Im Folgenden werden einige Komponenten wie Sensoren und Relais sowie weitere Hardwarelösungen vorgestellt.

Solltest du ein eigenes, interessantes Projekt umgesetzt haben, was mit dem BSB-LAN Setup zusammenarbeitet und den Funktionsumfang erweitert und möchtest du es gerne auch anderen Usern zur Verfügung stellen, so kontaktiere mich gerne per Email (adapter (ät) quantentunnel.de)!

ACHTUNG, wichtiger Hinweis:
Beim Anschließen optionaler Hardware wie bspw. Sensoren, Relais etc. an den Arduino Due bzw. das spezifische ESP32-Board ist unbedingt darauf zu achten, dass der verwendete Anschlusspin nicht anderweitig belegt ist bzw. nicht bereits boardintern verwendet wird! Aufschluss hierüber gibt das jeweilige Pinout-Schema des spezifischen Arduino-/ESP-Boards. Beachte auch die seriellen Pins des Adapters und etwaige weitere Komponenten wie bspw. das LAN-Shield, ein Relais-Shield etc.
Bei einer Doppelbelegung kann es zu Fehlfunktionen bis hin zu Schäden an der Hardware kommen! Die in der Datei BSB_LAN_config.h voreingestellten Pins (bspw. für DHT22-Sensoren) werden u.U. bei deinem spezifischen Board bereits anderweitig verwendet, also prüfe die Belegung vor der Aktivierung/Nutzung!

7.1 Verwendung optionaler Sensoren: DHT22, DS18B20, BME280

Es besteht die Möglichkeit, zusätzliche Sensoren des Typs

Der Anschluss der Sensoren kann i.d.R. an GND und +3,3V des Adapters / Arduino (ggf. unter zusätzlicher Verwendung der fühlerspezifischen PullUp-Widerstände!) stattfinden.

Zur Nutzung dieser Sensoren muss lediglich die Konfiguration in der Datei BSB_LAN_config.h entsprechend angepasst werden: Es sind die jeweiligen Definements zu aktivieren und die für DATA genutzten Digitaleingänge bzw. Pins festzulegen (s. hierzu auch Kap. 2.2).

Auf die Daten der Sensoren kann nach erfolgter Installation über das Webinterface (Button “Sensoren” im oberen Bereich oder Kategorie “One Wire, DHT & MAX! Sensors”), mittels des URL-Befehls mit der entspr. Kategorienummer zugegriffen werden oder auch via direkter sensorspezifischer Parameternummern.

Darüber hinaus werden sie unter <URL>/ipwe.cgi standardmäßig mit angezeigt. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die IPWE-Erweiterung in der Datei BSB_LAN_config.h durch das entspr. Definement aktiviert wurde (s. Kap. 2.2).

Sollen die gemessenen Werte geloggt werden oder sind 24h-Mittelwertsberechnungen gewünscht, so kann dies mit den jeweiligen Anpassungen in der Datei BSB_LAN_config.h (s. Kap. 2.2) ganz einfach realisiert werden.


7.1.1 Hinweise zu DHT22-Temperatur-/Feuchtigkeitssensoren

DHT22-Sensoren werden häufig als „1 wire“ beworben, jedoch handelt es sich hierbei NICHT um den OneWire-Bus von Maxim Integrated oder eine andere Form eines ‚echten‘ Bussystems, bei dem jeder Sensor eine spezifische Adresse aufweist! Die DHT22-Sensoren sind demzufolge auch nicht mit den ‚echten‘ Maxim-OneWire-Sensoren/-Komponenten kompatibel.

Die einzelnen DHT22-Sensoren weisen i.d.R. vier Anschlusspins auf, von denen jedoch der dritte Pin von links (bei Ansicht auf die Vorderseite des Sensors) meistens nicht belegt ist. Im Zweifelsfall sollte dies jedoch nochmal nachgemessen werden! Die Belegung der Pins ist üblicherweise wie folgt:
Pin 1 = VCC (+)
Pin 2 = DATA
Pin 3 = i.d.R. nicht belegt
Pin 4 = GND (-)

Bei Anschluss des Sensors sollte ein PullUp-Widerstand zwischen VCC (Pin 1) und DATA (Pin 2) in der Größe von etwa 4,7kΩ bis 10kΩ hinzugefügt werden. Meist werden 10kΩ empfohlen, die richtige Größe muss im Zweifelsfall ermittelt werden.

Bitte beachte:
Kommen mehrere DHT22-Sensoren zum Einsatz, so muss für jeden DATA-Anschluss ein eigener Pin am Arduino genutzt und in der Datei BSB_LAN_config.h definiert werden!

Neben den ‘nackten’ Sensoren gibt es auch noch Ausführungen, die bereits auf einer kleinen Platine angebracht und bei der die drei notwendigen Anschlusspins abgeführt und beschriftet sind. Die folgende Abbildung zeigt ein solches Modell des baugleichen Sensors AM2302.

Die Abfrage der Sensoren/Messwerte kann entweder via direktem Parameteraufruf (URL/20100-20199) oder durch den Aufruf der entspr. Kategorie erfolgen. Der folgende Screenshot zeigt die Webausgabe eines angeschlossenen DHT22-Sensors.

Darstellung der Messwerte eines DHT22 im Webinterface (Kategorie “One Wire, DHT & MAX! Sensors”).

Tipp:
Im Internet finden sich zahlreiche Tutorials, Leitfäden und Anwendungsbeispiele für die Anwendung von DHT22-Sensoren.

7.1.2 Hinweise zu DS18B20-Temperatursensoren

DS18B20-Sensoren sind ‘echte’ 1-Wire-/OneWire-Komponenten der Firma Maxim Integrated (ursprünglich Dallas Semiconductor).
Jeder Sensor weist eine spezifische interne SensorID auf, die es insbesondere bei größeren Installationen deutlich einfacher macht, einzelne Sensoren zu identifizieren, sofern man vor der finalen Installation die ID ausgelesen und gut sichtbar auf/an den Sensoren angebracht hat.
Neben der üblichen Bauart TO-92 sind die Sensoren auch in wasserdicht gekapselten Ausführungen mit verschiedenen Kabellängen erhältlich.

Die gekapselte Ausführung macht den Einsatz gerade im Bereich der Heizungssteuerung sehr interessant, da hiermit schnell und kostengünstig eine individuelle Installation für diverse Temperaturmessungen realisiert werden kann.

Die Abfrage der Sensoren/Messwerte kann entweder via direktem Parameteraufruf (URL/20300-20399) oder durch den Aufruf der entspr. Kategorie erfolgen. Der folgende Screenshot zeigt die Webausgabe von vier an Pin 7 angeschlossenen DS18B20-Sensoren.

Darstellung der Messwerte von vier DS18B20 im Webinterface (Kategorie “One Wire, DHT & MAX! Sensors”).

Tipp:
Werden DS18B20-Sensoren verwendet, so werden in der Kategorie “One Wire, DHT & MAX! Sensors” (und -falls aktiviert- ebenfalls unter <URL>/ipwe.cgi) die jeweils spezifischen internen Hardwarekennungen (SensorID) der DS18B20-Sensoren aufgeführt. Diese SensorID ist für eine spätere eindeutige Unterscheidung der einzelnen Sensoren notwendig und sollte bspw. bei der weitergehenden Verwendung mit externen Programmen wie FHEM berücksichtigt werden (Stichwort RegEx).
Es ist empfehlenswert, die jeweilige SensorID zu notieren und den entspr. Sensor zu beschriften. Dazu kann ein einzelner Sensor kurz erwärmt oder abgekühlt und durch einen erneuten Aufruf der Sensor-Kategorie anhand der Temperaturschwankung identifiziert werden.
Werden Sensoren ausgetauscht, hinzugefügt oder entfernt, so ändert sich meist auch die Reihenfolge, in der sie in der enstpr. Kategorie angezeit werden (da diese auf der SensorID basiert). Wird das Reading also nicht auf die individuelle SensorID ausgelegt, sondern lediglich auf die Bezeichnung “temp[x]” wie sie in der entspr. Kategorie angezeigt werden, so kommt es früher oder später dazu, dass die entsprechend gemachten Zuordnungen (bspw. VL, RL, Puffer) nicht mehr übereinstimmen.
Hinweis:
Werden Änderungen an der Sensorinstallation vorgenommen (Austausch, Hinzufügen, Entfernen), so muss der Arduino neu gestartet werden, damit die Sensoren initial neu eingelesen werden.

Tipps für die elektrische Installation:
Die einzelnen Sensoren weisen i.d.R. drei Pins auf: VCC, DATA und GND.
Bei den gekapselten Versionen ist die Farbwahl der bereits angeschlossenen Kabel meist wie folgt:
Rot = VCC (+3,3V)
Gelb = DATA
Schwarz = GND (-)

Kommen mehrere DS18B20-Sensoren und/oder größere Leitungslängen zum Einsatz, hat es sich bewährt, pro Sensor je einen 100nF-Keramikkondensator (und ggf. noch einen 10µF-Tantalkondensator zusätzlich) möglichst nah am Sensor in die Leitung zwischen GND und VCC zu positionieren, um einen Spannungsabfall bei der Abfrage zu kompensieren.

Anmerkungen:
Kommen die üblichen gekapselten und bereits verkabelten Sensoren zum Einsatz, so reicht es i.d.R. aus, den Kondensator dort anzuschließen, wo auch die Kabel angeschlossen werden - ein Auftrennen des Kabels nahe des Sensors ist -zumindest bei den Versionen mit 1m und 3m Kabellängen- erfahrungsgemäß nicht nötig.
Im Gegensatz zu Keramikkondensatoren ist bei der (zusätzlichen) Verwendung von Tantalkondensatoren auf die Polarität zu achten!

Der Wert des PullUp-Widerstandes am Adapterausgang zwischen DATA und VCC (+3,3V) ist (insbesondere bei großen Leitungslängen und/oder mehreren Sensoren) für einen problemlosen Betrieb u.U. kleiner als die üblicherweise empfohlenen 4,7kΩ zu wählen.

Darüber hinaus scheint es bei komplexeren bzw. größeren Installationen in Einzelfällen so zu sein, dass die Spannungsversorgung mit den 3,3V des Due nicht immer einen problemlosen Betrieb der Sensoren ermöglicht. Da diese OneWire-Sensoren “open drain” sind, können sie auch mit 5V des Due betrieben werden, was einen stabileren Betrieb zur Folge zu haben scheint. Es muss dann allerdings darauf geachtet werden, dass die 5V nie an dem GPIO des Due anliegen!
Für die Installation heißt das konkret, dass VCC der Sensoren am 5V-Pin des Due angeschlossen wird, der zu verwendende PullUp-Widerstand dann jedoch zwischen DATA und einem 3,3V-Pin des Due platziert werden muss!

Von der Verwendung des sogenannten ‚parasitären Modus’ ist abzuraten.
Die Verwendung einer geschirmten Steuerleitung ist zu empfehlen. Die Schirmung sollte dabei einseitig an Masse (GND) angeschlossen werden.
Um etwaige von der Versorgungsspannung des Arduino-Netzteils ausgehende Störeinflüsse zu minimieren, kann die Zuleitung der Stromversorgung arduinoseitig etwa vier bis fünfmal durch einen Ferritring geführt werden.

Kommen große Kabellängen zum Einsatz, so ist insbesondere auf eine korrekte Netzwerktopologie zu achten. Hier ist die Lektüre des vom Hersteller herausgegebenen Tutorials “Guidelines for Reliable Long Line 1-Wire Networks” zu empfehlen.
In diesem Fall sind außerdem weitere Dinge zu beachten, wie bspw. eine empfehlenswerte Hin- und Rückleitung für den Datenkanal, der möglicherweise notwendige Einsatz von zusätzlichen Spannungsquellen, die Verwendung eines dedizidierten Busmasters etc.
Als vereinfachte Faustregel kann man sagen, je größer die Leitungslängen und je komplexer die DS18B20-Installationen ausfallen, desto kritischer ist die vorhergehende Planung zu betrachten.

Tipp:
Im Internet finden sich zahlreiche Tutorials, Leitfäden und Anwendungsbeispiele zum Thema 1-Wire/OneWire/DS18B20.

Zusammenfassung benötigter Bauteile für eine Installation:

Tipps für die Verwendung im Bereich der Heizungsinstallation:

Bitte beachte:
Bereits installierte Fühler (bspw. in Tauchülsen von Mischern, Pufferspeichern etc.), die an einen Heizungs- oder Solarregler angeschlossen sind, haben immer Vorrang! Keinesfalls sollte deren Installation oder der Kontakt mit dem zu messenden Element durch eine zusätzliche Montage von DS18B20-Sensoren leiden!

Bauvorschlag:
Bei kleineren DS18B20-Installationen im Heizungsbereich mit übersichtlichen Kabellängen kann man sich einen kleinen ‘Verteilerkasten’ bauen. Dazu kann man die gekapselten Sensoren nacheinander samt vorgeschalteter Kondensatoren auf einer Streifenplatine anschließen. Lötet man die Kabel der Sensoren nicht an, sondern verwendet statt dessen kleine Schraubklemmen, so kann man im Bedarfsfall problemlos einzelne Sensoren austauschen oder auch das System erweitern. Am Anfang dieser Verteilerplatine wird das Kabel angeschlossen, was zum BSB-LAN-Adapter bzw. zum Arduino geführt wird. Wenn die Optik nicht stört, kann das gesamte Konstrukt kostengünstig in einer Feuchtraum-AP-Verteilerdose untergebracht werden.


7.1.3 Hinweise zu BME280-Sensoren

Sensoren des Typs BME280 bieten drei (bzw. fünf) Messgrößen: Temperatur, Luftfeuchtigkeit (zzgl. der errechneten absoluten Luftfeuchtigkeit) sowie Luftdruck (zzgl. der errechneten Höhe). Sie sind klein, i.d.R. unkompliziert anzuschließen und bieten (ausreichend) exakte Messergebnisse.
Am I2C-Bus des Arduino Due (ebenfalls am Mega 2560) können bis zu zwei Sensoren des Typs BME280 angeschlossen werden. Zur Verwendung muss das entspr. Definement in der Datei BSB_LAN_config.h aktiviert und die Anzahl der angeschlossenen Sensoren festgelegt werden (s. Kap. 2.2.2.
Hinweis: Prinzipiell können BME280 auch an einem SPI angeschlossen werden, jedoch nicht am Arduino unseres BSB-LAN-Setups!

Ein BME280-Sensor auf einem typischen Breakout-Board (Clone); links = Vorderseite, rechts = Rückseite.

Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

Anschluss

Der Sensor bzw. das Breakout-Board ist i.d.R. bereits eindeutig beschriftet, so dass die Anschlüsse hier klar identifiziert werden können.
Je nach verwendetem Arduino muss ein anderer I2C-Anschluss verwendet werden:

Die Verkabelung ist wie folgt vorzunehmen:

BME280 DUE Mega2560
VIN 3,3V 3,3V
GND GND GND
SDA SDA1 SDA 20
SCL SCL1 SCL 21

Adressierung

Die üblichen Breakout-Boards wie das oben gezeigte BME280-Modul weisen auf der Vorderseite unterhalb des eigentlichen Sensors drei Lötpunkte (oder Lötfelder) auf, bei denen üblicherweise der linke und der mittlere Lötpunkt durch eine Leiterbahn miteinander verbunden sind. Dies entspricht i.d.R. der Adresse 0x76. Das nachfolgende Bild zeigt gelb eingekreist diese Verbindung.

Adresse 0x76: Leiterbahn zwischen dem linken und dem mittleren Lötpunkt.

Soll nun ein zweiter Sensor parallel dazu angeschlossen werden, so ist bei dem zweiten Modul diese Leiterbahn vorsichtig(!) und gewissenhaft mit einem feinen scharfen Gegenstand (bspw. Cutter, Skalpell) zu durchtrennen. Danach müssen der rechte und der mittlere Pin durch etwas Lötzinn miteinander verbunden werden. Das nachfolgende Bild zeigt skizzenhaft die notwendigen Schritte: Die rote Linie links kennzeichnet den notwendigen ‘Schnitt’ auf der Platine, die grüne Linie rechts kennzeichnet die danach vorzunehmende Verbindung mittels Lötzinn.

Adresse 0x77: Die rote Linie markiert die durchgetrennte Leiterbahn, die grüne Linie markiert die neu herzustellende Verbindung.

Auslesen

Die Messwerte des/der angeschlossenen BME280 können wie üblich ausgelesen werden, bspw. durch Aufrufen der Kategorie “One Wire, DHT & MAX! Sensors” unter “Heizungsfunktionen”, durch einen direkten Klick auf den Button “Sensoren” oder auch durch die Eingabe der spezifischen Parameternummern (URL/20200-20299). Soll ein Loggen, eine Anzeige innerhalb der IPWE-Erweiterung etc. erfolgen, sind die spezifischen Parameternummern der gewünschten Messwerte des jeweiligen Sensors anzugeben.
Der nachfolgende Screenshot zeigt die entspr. Darstellung eines BME280 innerhalb der Kategorie “One Wire, DHT & MAX! Sensors”.

Darstellung der Messwerte eines BME280 im Webinterface (Kategorie “One Wire, DHT & MAX! Sensors”).


7.2 Relais und Relaisboards

Prinzipiell ist es möglich und in der BSB-LAN-Software als Funktion mit speziellen URL-Befehlen auch bereits vorgesehen, dass am Arduino zusätzliche Relais oder Relaisboards angeschlossen werden können. Auf diese Weise können nicht nur Verbraucher geschaltet, sondern auch Zustände angeschlossener Verbraucher abgefragt werden.
Es ist NICHT möglich, den Arduino direkt an die multifunktionalen Eingänge des Heizungsreglers anzuschließen!

Ein einzelnes und ein 4-Kanal Relaismodul für den Einsatz an einem Arduino.

Die oftmals günstig erhältlichen Relaisboards sind dabei bereits mit Relais bestückt, die 230V-Verbraucher direkt schalten können. Leider kann es aufgrund mangelhafter Qualität oder Überlastung zu diversen Schäden und damit einhergehenden größeren Risiken wie bspw. Bränden kommen. Daher ist die zusätzliche Verwendung von entsprechend dimensionierten Koppelrelais oder Solid-State-Relais überlegenswert. Sollten diese jedoch ausschließlich zum Einsatz kommen und mit ihnen Schaltvorgänge ausgelöst werden, so ist ggf. darauf zu achten, dass Strom- und Spannungsstärke des Arduino ausreichend sind, um den Schaltvorgang des Relais auszulösen.

ACHTUNG:
Es sollte beachtet werden, dass jegliche Installationen und Arbeiten am 230V-Netz nur von zugelassenen Elektrikern vorgenommen werden dürfen! 230V können tödlich sein! Es ist empfehlenswert, einen Elektriker bereits bei der Planung des Vorhabens mit einzubeziehen.

Ein übliches Koppelrelais. Die entsprechenden Pins am Arduino werden bei diesem Modell an “14” und “13” angeschlossen.

Beispiel:
Mittels eines parallel zur Umwälzpumpe einer Solarthermieanlage angeschlossenen Koppelrelais (sofern deren Regelung nicht mit dem Heizungsregler verbunden oder bei diesem integriert ist), wäre es bspw. möglich, den Zustand des arduinoseitigen Kontaktes (offen/geschlossen) und somit den Betriebsstatus der Pumpe abzufragen.


7.3 MAX!-Komponenten

BSB-LAN ist bereits für die Einbindung und Nutzung von MAX!-Komponenten vorbereitet. MAX-Thermostate, die von BSB-LAN verwendet werden sollen, müssen anhand der aufgedruckten Seriennummer in der Datei BSB_LAN_config.h in das Array max_device_list[] eingetragen werden. Nach dem Start von BSB-LAN muss dann an diesen Thermostaten die Pairing-Taste gedrückt werden, um die Verbindung zwischen BSB-LAN und den Thermostaten herzustellen.

In der Datei BSB_LAN_custom.h werden für die MAX!-Einbindung folgende Variablen bereit gestellt:

Darüber hinaus stehen alle globalen Variablen aus der Datei BSB_LAN.ino zur Verfügung. Hinsichtlich der MAX!-Funktionalität sind das insbesondere:

Die Reihenfolge zwischen den Arrays ist immer gleich, d.h., wenn max_devices[3] der Wandthermostat im Wohnzimmer mit ID xyz ist, dann ist max_cur_temp[3] die momentane Temperatur im Wohnzimmer und max_dst_temp[3] die entsprechende Solltemperatur usw.

Die Reihenfolge innerhalb max_devices[] richtet sich danach, wie sich diese angemeldet haben, bleibt dann aber auch über Neustarts hinweg konstant, da diese im EEPROM abgespeichert werden (bis diese mit http://<IP-Adresse>/NE gelöscht werden). Dennoch sollte man sich nicht darauf verlassen, sondern im Zweifelsfall, z.B. beim Ausklammern von bestimmten Thermostaten, immer mit der in max_device[] hinterlegten ID vergleichen. Diese kann man der zweiten Spalte der Auflistung unter http://<IP-Adresse>/X oder der Ausgabe der Kategorie “Sensoren” entnehmen und ist nicht identisch mit der auf den Geräten aufgedruckten ID.

Darstellung der MAX!-Sensoren in der Kategorie “One Wire, DHT & MAX! Sensors”.

Wichtiger Hinweis für diejenigen, die die MAX!-Thermostate über einen zum CUL/CUNO geflashten Max!Cube (Informationen diesbzgl. s. hier) verwenden:
Wenn bei der Einrichtung des CUNO BSB-LAN nicht lief (oder anderweitig beschäftigt war), muss an den betreffenden Geräten nochmals die Pairing-Taste gedrückt werden. Denn nur bei diesem Pairing-Prozess wird die auf den Geräten aufgedruckte Seriennummer zusammen mit der sonst intern verwendeten ID (die auch u.a. auch FHEM verwendet) übermittelt und BSB-LAN kann die entsprechende Zuordnung vornehmen. Ansonsten weiß BSB-LAN bei den anderen Telegrammen des Cube nämlich nicht, um welche MAX!-Geräte es geht.

Wird im weiteren Verlauf bspw. mittels FHEM (Hinweise zur Konfiguration des MAX-Moduls unter FHEM siehe hier) die jeweilige Temperatur mehrerer Wand- und Heizkörperthermostate erfasst, so lässt sich daraus eine gemittelte Ist- und Soll-Temperatur bilden. Diese kann dann dem Heizungsregler übermittelt werden, um den Wärmeerzeuger bedarfsgerechter zu steuern. Eine solche Lösung lässt sich hier nachlesen.
FHEM-Forumsmitglied „Andreas29” hat dieses Anwendungsbeispiel ohne FHEM umgesetzt. Eine ausführliche Beschreibung samt der benötigten angepassten Datei BSB_LAN_custom.h findet sich hier.
Das in dem Zusammenhang dort erwähnte und verwendete „Arduino-Raumgerät light” ist in Kap. 7.4.2 vorgestellt.


7.4 Eigene Hardwarelösungen

Im Folgenden werden Lösungen von Nutzern vorgestellt, die nicht nur zum Nachbau anregen, sondern weitere Nutzungsmöglichkeiten von BSB-LAN aufzeigen und als Inspiration für eigene Projekte dienen sollen.

Wenn du ein eigenes interessantes Projekt erfolgreich umgesetzt hast, was auch für andere Nutzer hilfreich sein könnte, so würde ich mich freuen, wenn du dich mit mir in Verbindung setzt. Eventuell kann auch dein Beispiel an dieser Stelle mit aufgeführt werden. Schicke mir dazu gerne eine Email an adapter [ät] quantentunnel.de.
Vielen Dank!


7.4.1 Raumgeräteersatz (Arduino Uno, LAN-Shield, DHT22, Display, Taster)

FHEM-Forumsmitglied „Andreas29” hat basierend auf einem Arduino Uno einen Raumgeräteersatz realisiert. Der jeweilige Betriebs- und Fehlerstatus des Wärmeerzeugers sowie die aktuellen Daten eines DHT22-Sensors werden auf einem 4x20-LCD dargestellt. Mittels eines Tasters wird die Funktion der Präsenztaste eines echten Raumgerätes nachgebildet.

Das Innenleben des Raumgeräteersatzes.

Das Display des Raumgeräteersatzes.

Eine ausführliche Beschreibung samt Schaltplan und Software ist hier zu finden.

Andreas29 hat den Funktionsumfang um Push-Benachrichtigung im Fehlerfall (Errechbarkeit der Heizung, MAX!-Fehler) erweitert, die entspr. Beschreibung sowie die Software sind hier zu finden.


7.4.2 Raumtemperaturfühler (Wemos D1 mini, DHT22, Display)

FHEM-Forumsmitglied „Gizmo_the_great” hat basierend auf einem Wemos D1 mini und einem DHT22-Fühler einen Raumfühler realisiert. Die aktuellen Temperaturen von HK1 und HK2 werden dabei auf einem OLED-Display angezeigt. Auf dem Wemos D1 läuft ESPeasy.

Eine genauere Beschreibung des Projekts „Raumfühler mit OLED” ist hier zu finden.


7.4.3 Raumgeräteersatz mit UDP-Kommunikation (LAN-Anbindung)

FHEM-Forumsmitglied “fabulous” hat in Anlehnung auf die oben genannte Variante von User “Andreas29” einen Raumgeräteersatz realisiert, der mit dem BSB-LAN-Adapter via UDP kommuniziert. Zur Verwendung kommen dabei ein Arduino Uno samt LAN-Shield, ein 20x4 LCD sowie ein Taster. Eine genaue Beschreibung sowie der entspr. Code ist hier zu finden.


7.5 LAN-Optionen für das BSB-LAN-Setup

Obwohl für die Netzwerkanbindung des Adapters definitv die kabelgebundene Variante zu empfehlen ist, kann es in Einzelfällen jedoch nötig sein, eine alternative LAN-Anbindung für den Adapter zu schaffen, da eine Kabelinstallation (LAN oder Busleitung) bis zum Wärmeerzeuger nicht realisierbar ist. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten, die im Folgenden kurz vorgestellt werden.
An dieser Stelle sei aber nochmals darauf hingewiesen, dass der Adapter (nur bei Anbindung via BSB!) auch an ein bereits vorhandenes Raumgerät mittels zusätzlicher Busleitung angeschlossen werden kann.


7.5.1 Nutzung eines PowerLANs / dLANs

Die Nutzung von Powerline-Adaptern, bei denen das 230V-Netz als LAN ‘missbraucht’ wird, ist eine Option, um eine LAN-Anbindung im Heizungskeller zu realisieren.

Probleme können hierbei jedoch von Steckernetzteilen ausgelöst werden, bei denen bestimmte Frequenzen auf die Stromleitung übertragen werden.
Außerdem müssen sich die Powerline-Adapter bzw. die verwendeten Steckdosen an der gleichen Phase des Stromnetzes befinden. Bei Elektroinstallationen, die bspw. über mehrere Stockwerke gehen und jeweils an einen eigenständigen Sicherungskasten angeschlossen sind, kann es daher zu Problemen kommen. Abhilfe können hier sog. Phasenkoppler schaffen, die jedoch zusätzlich angeschafft und vom Elektriker installiert werden müssen.


7.5.2 WLAN: Nutzung eines extra Routers

Eine Möglichkeit für eine WLAN-Anbindung ist, den Adapter via LAN an einen ausgemusterten Router (bspw. eine alte FritzBox) anzuschließen, welcher sich wiederum als Client im bestehenden WLAN-Netz anmeldet. Die Übertragungsraten und Latenzen sind normalerweise für die Nutzung von BSB-LAN absolut ausreichend. Sollte das WLAN-Signal am Aufstellort grenzwertig sein, so könnte der Router mit stärkeren Antennen ausgerüstet werden.

Neben dem Einsatz eines ‘normalen’ Routers können auch kleine Geräte genutzt werden, die einen WLAN-Client- bzw. einen WLAN-Client-Bridge-Modus anbieten. Diese Geräte stellen (wie die zuvor beschriebene FritzBox-Lösung) per WLAN eine Verbindung zum Netzwerk her und bieten mit einem zusätzlich verbauten LAN-Port die Möglichkeit, den Arduino per LAN-Kabel anzuschließen. Geräte dieser Art sind häufig sehr klein und wie ein Steckernetzteil eine Steckdose, so dass die Installation der Hardware i.d.R. recht unkompliziert stattfinden kann.

In jedem Fall sollte eine möglichst stabile WLAN-Verbindung angestrebt werden - insbesondere dann, wenn via FHEM o.ä. Logdateien erstellt oder mit zusätzlicher Hardware (HK-Thermostate o.ä.) der Wärmeerzeuger gesteuert oder dessen Verhalten beeinflusst werden soll.


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